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Leichtlehm-Innenschale

> Von der Winddichtigkeit zur Trocknung

Winddichtigkeit

Vor der Erstellung der Lattung sollten sämtliche Fugen geschlossen sein. Dies ist vor allem im Fachwerkbau wichtig, da hier im Bestand nur selten eine geschlossene Putzschicht als winddichte Ebene existiert. Fugen zwischen dem Ständerwerk und den Gefachen, aber auch nicht ausreichend verfüllte Holznagellöcher bilden, sowohl für eindringende Feuchte als auch für Luftdurchzug, Angriffspunkte. Um eine winddichte Ebene zu schaffen, ist es am einfachsten, eine geschlossene Putzschicht direkt auf die Außenwand zu bringen. Um die Putzhaftung auf den Balkenanteilen bei Fachwerkbauten zu gewährleisten, wird vorab ein Putzträger aus Schilfrohrgewebe (conluto Art. Nr. 34.002.1) auf die Balken getackert. Das Verfüllen der einzelnen Fugen und Löcher ist zumeist sehr zeitaufwändig.

Erstellung der Verlattung

Eckausbildung
Eckausbildung

Beim ersten Bauabschnitt wird die Trägerkonstruktion für die Innenschale erstellt. Dabei werden Dachlatten (40 x 60 mm oder 24 x 48 mm) im Decken- und Fußbodenbereich waagerecht an der bestehenden Konstruktion befestigt. Dieses kann im Fußbodenbereich vor dem Schwellenholz sein, im Deckenbereich beispielsweise an den Deckenbalken. Bei dieser Baumaßnahme wird zum Einen die Lotrechte und der künftige Fluchtverlauf der Innenwand festgelegt, zum Anderen wird hierbei die Schalenstärke bestimmt.

Hierbei gilt: Innenschalen aus Leichtlehmen dürfen höchstens 15 cm stark ausgeführt werden, es sei denn die vorhandene Außenwand besteht aus diffusionsoffenen und kapillar gut leitfähigen Baustoffen wie beispielsweise Lehmbaustoffen. In diesem Fall kann die Dämmstärke bis zu 20 cm betragen. Im nächsten Arbeitsschritt wird die Unterkonstruktion für das Rohrgewebe erstellt. Die auf Wandhöhe geschnittenen Latten werden senkrecht an die im Fußboden und Deckenbereich waagerecht verlaufenden Hölzer befestigt. Der Achsabstand der senkrechten Latten liegt zwischen 30 und 35 cm. Die senkrechten Latten müssen zusätzlich mind. in der Mitte (max. nach 1,20 m) mit der bestehenden Wand gegen den Fülldruck gesichert werden. Diese Verbindung wird zumeist mit Holzlatten ausgeführt. Bevor das Rohrgewebe angebracht wird, muss gewährleistet sein, dass die Unterkonstruktion fest mit der Außenwand verbunden ist. Der Materialbedarf für die Unterkonstruktion liegt bei ca. 6 lfm/ m². Mit der Unterkonstruktion werden auch die Fenster und Türöffnungen sowie die Verstärkungen für schwere Gegenstände vorbereitet.

Tür- und Fensterlaibungen

Bedingt durch die Vergrößerung der Wandstärke und die damit verbundene stärkere Laibungstiefe, kommt es zu Beeinträchtigungen bezüglich des Lichteinfalls. Durch Abrunden oder Abschrägen der Fensterlaibungen kann dieser Nachteil ausgeglichen werden. Der Laibungswinkel sollte allerdings 30 Grad nicht unterschreiten. Es gibt mehrere Möglichkeiten die Tür- und Fensterlaibungen auszuführen. Sie können wie die restliche Fläche mit einer Verlattung versehen oder mit Brettern ausgeführt werden. Die Befestigung der Bretter erfolgt wie bei der Verlattung an der Unterkonstruktion und dient als Schalung für die Leichtlehmschüttung. Die Bretter verbleiben in der Schale und werden später mit Schilfrohrgewebe und Putz überdeckt. (In allen Fällen ist auf Luftdichtheit zu achten.)

Verlorene Schalung und Hinterfüllung

Stoßfuge Schilfrohrgeflecht
Stoßfuge Schilfrohrgeflecht

Das Rohrgewebe wird nun waagerecht an die Senkrechtlatten getackert. Die Befestigung erfolgt in einem Rastermaß von 5 - 7 cm mit verzinkten Tackerklammern (Mindestlänge: 25 mm).
ACHTUNG: Das Schilfrohrgewebe darf nicht im Feld, sondern nur auf einer Latte gestoßen werden! Das Schilfrohrgewebe wird bis höchstens 50 cm hoch befestigt, dann wird das erste Segment befüllt.

Leichtlehme werden in einer plastischen Konsistenz geliefert und lassen sich leicht in Eimer oder Schubkarren schaufeln und befördern. Der Leichtlehm wird mit Schaufeln oder Ähnlichem in die Schalung eingebracht. Von oben in die Segmente eingefüllt, wird er soweit verdichtet, dass die Schale hohlraumfrei ausgefüllt ist. Hierfür kann ein Holzabschnitt oder ein einfacher Holzstampfer verwendet werden. WICHTIG: Eine zu große Komprimierung des Leichtlehms ist nicht erwünscht! Der Leichtlehm wird nicht bis zur maximalen Verdichtbarkeit eingestampft, sondern nur leicht verdichtet. Ist das erste Segment verfüllt, wird die nächste Bahn Rohrgeflecht an den Senkrechtlatten befestigt. Eine regelmäßige Kontrolle der Befestigung des Rohrgewebes und der Qualität der Füllschichten ist anzuraten. Die Schalung sollte soweit als möglich von oben befüllt werden. Beim letzten Abschnitt kann die Schale nur von vorne verstopft werden. Anschließend wird das letzte Stück Rohrgewebe als Putzträger auf den Senkrechtlatten befestigt. Bei sorgfältiger Ausführung braucht nicht mit Schwund oder Nachsackungen gerechnet werden. Ergeben sich nach der vollständigen Trocknung der Innenschale Fugen in den Anschlussbereichen, können diese mit der conluto Stopfwolle aus Hanf (conluto Art. Nr. D35.035) ausgestopft werden.

Trockung

Trockungsprotokoll
Trockungsprotokoll

Die Trocknungszeit kann stark variieren und ist abhängig von Jahreszeit, Witterung, Schichtstärke, Durchlüftung des Bauteils usw. Bei einer ca. 15 cm Leichlehm-Innenschale ist mit mindestens 8 - 12 Wochen Trocknung zu rechnen. Dieser Zeitraum sollte bei der Bauzeitplanung auf jeden Fall berücksichtigt werden! Der Einbau kann das ganze Jahr über erfolgen, jedoch muß die Trocknung gewährleistet sein. Durch künstliche Bautrocknung ist eine kontrollierte und schnelle Trocknung möglich. Wird keine maschinelle Bautrocknung eingesetzt, ist eine ganztägige Querlüftung nötig (24 Stunden Durchzug/Tag), so dass die Luft an den gesamten Wandinnenflächen zirkulieren kann. Durch den Einsatz von Ventilatoren kann auch in Innenecken für ausreichende Zirkulation gesorgt werden. Durch die organischen Bestandteile und bedingt durch den feuchten Einbau des Leichtlehms, kann es unter Umständen zu einer leichten Schimmelbildung kommen. Dieser Prozess ist nicht auf ein Material- oder Verarbeitungsfehler zurückzuführen, sondern ist das Resultat einer fehlerhaften und unzureichenden Trocknung. Es sind umgehend Maßnahmen zur Trocknung zu ergreifen und ein Trocknungsprotokoll zu erstellen. Sind die Leichtlehme einmal durchgetrocknet, ist eine Schimmelbildung nicht mehr zu erwarten.



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