Holzrahmenbau mit Lehmsteinen ausgefacht

©Franz Volhard

Holzbau – natürlich mit Lehm

Holz und Lehm sind ideale Partner

Sie planen, ein Holzhaus zu bauen? Viele Gründe sprechen dafür: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und kreislauffähig wie kaum ein anderes Material. Dazu hat Holz ein geringes Gewicht bei gleichzeitig hoher Druckfestigkeit und ist damit sehr gut geeignet für statische Anwendungen. Attraktiv für Häuslebauer und Architekten ist zudem der hohe Vorfertigungsgrad im Holzbau, der eine deutliche Reduzierung von Bauprozessen und damit von Baukosten gegenüber
herkömmlichen Baumaterialien mit sich bringt. Die Entscheidung für Holz ist also eine Entscheidung für ein nachhaltiges, gesundes und gleichzeitig vergleichsweise günstiges Baumaterial.

Die perfekte Ergänzung zum Baumaterial Holz sind Lehmbaustoffe. Wer jetzt an Jahrhunderte alte Fachwerkhäuser denkt, an krumme Balken und niedrige Decken, der hat gleichzeitig die einfache, natürliche und doch langlebige Symbiose von Holz und Lehm vor Augen. Diese Fachwerkhäuser werden aus einem Grund so alt: Der verbaute Lehm hat das Holz konserviert, es vor Feuchtigkeit geschützt. Und das über mehrere Hundert Jahre. Was damals funktionierte, funktioniert auch heute noch.

Lehm im Holzbau

Eine perfekte Symbiose
  • Lehmbaustoffe sorgen mit ihren natürlichen Eigenschaften nicht nur für ein positives Raumklima, sondern schützen und konservieren das Holz langfristig.
  • Holz bleibt, obwohl es nachwächst, ein wertvoller Rohstoff und sollte daher gezielt eingesetzt werden. Lehm dagegen ist auf der gesamten Erde in großen Mengen vorhanden. Die Symbiose von Holz und Lehm hilft, den knappen Rohstoff Holz sparsam einzusetzen. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel.
  • Mit der stetig steigenden Nachfrage nach Wohnraum steigt die Nachfrage nach Holzbaustoffen. Lehm im Holzbau zu verwenden, ist damit auch auf lange Sicht sinnvoll, um Ressourcen zu schonen.
  • Die Produktion von Zement und Beton verbraucht viel Energie und ist für etwa 10 Prozent des weltweiten CO₂-Ausstoßes verantwortlich. Auch Glas und Stahl verbrauchen in ihrer Produktion und Verarbeitung viel graue Energie. Die Kombination von Holz und Lehm dagegen ist um ein Vielfaches energieeffizienter und damit deutlich wirtschaftlicher, ökologischer und nachhaltiger.
  • Wenn ein Lehm-Holzhaus doch einmal sein Lebensende erreicht hat, können die Baustoffe rückstandslos voneinander getrennt werden. Lehm und Holz können gut und vielseitig wiederverwendet oder recycelt werden. Es bleibt vom Holz-Lehm-Haus also kein Bauschuttberg übrig, der aufwendig entsorgt werden muss.

Holzbau mit Lehm – gutes Lebensgefühl inklusive

Langlebig. Ökonomisch. Ökologisch

Abgehängt von „modernen“ Baustoffen, waren die Baustoffe Holz und vor allem Lehm über lange Zeit einfach nicht „in“. Häuser wurden weitestgehend aus Ziegel und Beton gebaut. Man traute den hochfesten Industriebaustoffen mehr Stabilität und Langlebigkeit zu. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Haltbarkeit z. B. von Beton weit geringer ist als gedacht. Betonsanierung ist kostspielig. Dabei ist Beton oft unnötig fest, sodass Umbau und Rückbau aufwendig und ein Recycling energieintensiv sind.

Die Verbindung von Holz und Lehm dagegen hat bewiesen, dass sie auch langfristig funktioniert, dass sie ökologisch sowie ökonomisch eine gute Lösung ist. Das erklärt, warum immer mehr Architekten und Häuslebauer verstärkt auf diese seit Jahrhunderten bewährte Kombination setzen.

Bauen für die Zukunft: Holzhäuser mit Lehm

Auf lange Sicht eine echte Alternative

Ein Haus zu bauen ist immer eine Investition in die Zukunft. Eine Zukunft, die wir uns vorstellen, die wir aber nicht kennen können. Doch was wir können, ist bereits bei der Materialauswahl auf eine wohngesunde und nachhaltige Zukunft zu setzen. Die Vorteile aus der Kombination von Lehm und Holz spielen bei dieser Zukunft eine große Rolle:

  • Holzbau hat oft einen geringen sommerlichen Wärmeschutz, der durch Lehmbaustoffe ausgeglichen werden kann. Hier kommt die Masse des Lehms zum Tragen, die für gute Kühleigenschaften sorgt.
  • Eine Schwäche des reinen Holzbaus ist der Schallschutz, denn über das Holz werden Schwingungen übertragen. Lehm sorgt durch seine Masse für eine deutliche Verbesserung des Schallschutzes. Das bringt Ruhe ins tägliche Leben.
  • Lehm brennt nicht. Deswegen erhöht er den Brandschutz in einem Holzhaus deutlich.
  • Mit seiner Speichermasse trägt Lehm maßgeblich zur Verbesserung des klimatischen Verhaltens eines Holzhauses bei. Lehm „atmet“ und schenkt so dem Holzhaus ein angenehmes Raumklima, im Sommer wie im Winter.
  • Lehm ist ein konstruktiver Holzschutz: Mit geringerer Eigenfeuchte als Holz hält er das Holz trocken. Damit schützt Lehm die Holzkonstruktion und pflanzliche Dämmstoffe, auch im Strohballenbau.

Das Holz-Lehm-Haus ist also eine nachhaltige und zukunftsorientierte Wahl.

So facettenreich ist der Lehm-Holzbau

Für jede Anwendung die passende Konstruktion

Wer über Holzhäuser spricht, denkt oft an Fachwerk. Vielleicht auch an modernen Holzständeroder Holzskelettbau. Das Bauen mit Holz ist so vielfältig wie der Baustoff an sich. In Verbindung mit Lehm wird daraus eine ökologische, nachhaltige und natürliche Wohnumgebung. Die Einsatzmöglichkeiten von Lehm-Produkten als Füllmaterial im Holzbau sind vielfältig:

  • Das Holzständerwerk kann mit Lehm- oder Leichtlehmsteinen ausgefacht werden, alternativ dazu bietet sich die Stapelwand aus ungebrannten Lehmsteinen an. Hier bildet Holz die tragende Konstruktion.
  • Im Trockenbau und Innenausbau kommt Lehm in Form von Lehmbauplatten zum Einsatz. Dabei wird die Platte aus Lehm gefertigt und an die Baustelle geliefert. Auf diese Weise werden die positiven Eigenschaften von Lehm mit einem hohen Vorfertigungsgrad verbunden.
  • Leichtlehm mit seinen ausgewogenen Dämm- und Speichereigenschaften dient zur Ausfachung und Füllung von Wänden, Decken oder Fachwerk. Er wird in Schalung verfüllt oder von einer vorgesetzten Verlattung gehalten.

Bei allen Anwendungen kommen die bauphysikalischen Eigenschaften der Lehmbaustoffe voll zur Geltung, die gleichzeitig die Vorteile des Baustoffs Holz unterstreichen.

Eine langlebige Liebe: Holzhäuser mit Lehmbau

Lehm übernimmt im Holzhaus viele Funktionen: Er sorgt für ein wohngesundes Raumklima, er trägt zum Schall- und Wärmeschutz bei, er konserviert und schützt das Holz. Dass zwischen Holz und Lehm eine bewährte und langlebige Liebe besteht, zeigt sich an den bis heute gut erhaltenen Fachwerkhäusern, deren Holzkonstruktionen im Zusammenspiel mit Lehm Jahrhunderte überdauert haben.

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… es ist egal, wie Sie es nennen möchten: In der Kombination mit Lehm wird Ihr Holzhaus die Eigenschaften haben, die Sie sich von einem nachhaltigen, ökologischen und wohngesunden Zuhause wünschen.