Der Untergrund, der erste Schritt zum Erfolg

Die Qualität der fertigen Oberfläche ist stark von der Beschaffenheit des Untergrundes abhängig. Der Untergrund muss vorab sehr sorgfältig geprüft und vorbereitet werden. 

Um ein optimales Putzbild und eine möglichst geringe Trocknungszeit der Lehmputze zu erreichen, ist darauf zu achten, dass die zu verputzenden Bauteile vollständig durchgetrocknet sind. Auf nasse Wandflächen darf nicht geputzt werden, der Putzuntergrund ist gemäß VOB-C: DIN 18350 zu prüfen. Der Putzuntergrund muss staubfrei und frei von losen, die Putzhaftung beeinträchtigenden Bestandteilen sein. Bei Altbauten sind die Wände zudem auf Mängel zu überprüfen, die einen erhöhten Feuchtigkeitsanfall bewirken. Hierzu zählen z. B. eindringende Feuchtigkeit von außen, aufsteigende Feuchte von unten oder auch starke Salzbelastungen durch die Umnutzung von Stall- zu Wohngebäuden. Diese grundsätzlichen Mängel sind in ihren Ursachen zu beheben.

Lehmputze können in diesen Fällen nur nach Schadensbehebung eingesetzt werden. Da Lehmputze nicht hydraulisch abbinden, sondern durch Trocknung
erhärten, ist dafür zu sorgen, dass die Wasserabgabe an die Raumluft ungehindert erfolgen kann. Der Putzgrund und die Umgebungstemperatur müssen während der Verarbeitung mind. 5°C betragen. Vor Beginn der Arbeiten müssen angrenzende Bauteile vor Beschädigung oder Verschmutzung geschützt werden. Da Lehmputze wasserlöslich sind, ist die Gefährdung relativ gering, jedoch sind Lehmmörtel färbend.

Untergründe im Detail

Verschiedene Untergründe

Putzflächen im Altbau

Alte Putzflächen aus Kalk- oder Kalkzementputzen sind auf ihre Tragfähigkeit zu prüfen. Oftmals sind Fehlstellen und Schlitze auszubessern. Dieses erfolgt am besten mit einem dem Altbestand angepassten Mörtel oder einem Lehm-Unterputz. Wichtig ist in beiden Fällen, dass die Ausbesserungen durchtrocknen. Stark sandende Kalkputze werden vor dem Verputzen mit einem Tiefengrund behandelt. Um die Saugfähigkeit des Untergrundes zu vereinheitlichen, sowie auch bei kunststoffhaltigen Putzen, wird die Fläche mit der conluto Wand- und Deckengrundierung vorbehandelt.

Die Putzstärke ist, wie bei Neuputzen, abhängig von der Griffigkeit des Untergrundes und kann mit einem Dünnlagenputz bis zu einem zweilagigen Verputz ausgeführt werden.

Putzflächen im Neubau

Flächen mit neuen Kalk- oder Kalkzementputzen können problemlos mit einem Lehmputz überzogen werden. Wichtig ist, dass der Untergrund vollständig und ausreichend getrocknet ist (mind. 30 Tage), da ansonsten Verfärbungen auftreten können. Die Putzstärke ist dabei abhängig von der Griffigkeit des Untergrundes und kann von einem Dünnlagenputz bis zu einem zweilagigen Verputz ausgeführt werden.

Auf Gipsputzen ist in der Regel die conluto Wand- und Deckengrundierung aufzubringen, bevor die Flächen mit einer dünnen Lage Lehmputz überzogen werden können.

Mauerwerk alt

Alte Mauerwerke sind sorgfältig auf Verunreinigungen, Ausblühungen und Festigkeit zu prüfen. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei auf aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen gerichtet werden. Hierauf darf nicht mit Lehm verputzt werden.

Bei altem Mauerwerk wird in der Regel zweilagig verputzt. Die bestehende Oberfläche muss zuerst gründlich gereinigt werden. Stark saugendes Mauerwerk sollte vorgenässt werden. Kalksandstein und schwach saugendes Mauerwerk wie beispielsweise einige Natursteine hingegen, dürfen keinesfalls vorgenässt werden. Meist muss erst eine ebene Fläche geschaffen oder der Untergrund egalisiert werden. Dieses erfolgt mit Lehm-Unterputz, wobei sich die Putzstärke nach der Unebenheit des Untergrundes richtet.

Bei Schichtstärken über 2-3 cm (z. B. Natursteinmauerwerk) ist es ratsam, den Lehm-Unterputz mehrlagig aufzubringen. Wichtig ist die vollständige Trocknung jeder einzelnen Schicht, ehe die nächste Putzschicht aufgetragen wird. Die Gesamtputzstärke kann bis zu 10 cm betragen.

Mauerwerk neu

Mauerwerk aus kleinformatigen Steinen mit Fugenanteil wird in der Regel zweilagig verputzt, um eine Abzeichnung des Fugenbildes zu vermeiden. Als erste Putzlage kann sowohl conluto Lehm-Unterputz als auch conluto Lehm-Oberputz verwendet werden. Für die zweite Putzlage sind alle conluto Finishputze (Lehm-Oberputz, Lehm-Feinputz, Lehm-Edelputz) geeignet.

Bei Mauerwerken aus Planziegeln ist meist mit starken Verunreinigungen durch pulverartige Stäube zu rechnen. Diese sind auf jeden Fall zu entfernen. Sowohl Gas- oder Porenbeton als auch Planziegel sind stark saugende Untergründe und müssen vorgenässt werden. Kalksandsteine sind ebenfalls stark saugend, dürfen jedoch nicht vorgenässt werden. Bei ihnen ist ein flächiger Vorspritz oder ein entsprechend nass eingestellter Putz als erste Putzlage einzusetzen.

Da bei Mauerwerken aus großformatigen Steinen der Fugenanteil durch die Verklebung der Steine sehr gering ist, kann die erste Putzlage durch einen Vorspritz- oder Rapputz aus conluto Lehm-Oberputz ersetzt werden. Wichtig ist hierbei, dass Fehlstellen im Mauerwerk sowie sämtliche Schlitze vorab verfüllt werden und trocknen. Die zweite Putzlage nach dem Vorspritz- oder Rapputz muss dann jedoch aus einem Lehm-Oberputz bestehen, um eine ausreichende Putzstärke zu erzielen.

conluto Lehmsteine nach DIN 18945 der Anwendungsklasse3 Ia und Ib sowie II werden zweilagig verputzt. Ein Vornässen der Steine erhöht die Bearbeitungszeit des Putzes. Ein Armierungsgewebe ist bei Mauerwerken nur bei einem Materialwechsel in der Fläche nötig, z. B. im Sturzbereich.

Lehmputzflächen

Alte Lehmflächen sind hervorragende Untergründe für die conluto Lehmputze. Eine Haftbrücke ist nicht nötig, da der Verbund zwischen altem und neuem Lehmputz gut funktioniert. Oftmals sind jedoch alte Lehmputze stark ausgetrocknet und sehr staubig. Ein Anfeuchten der Fläche durch Besprühen ist in diesem Fall nicht ausreichend, der Untergrund muss gut angenässt werden. Dieses erfolgt am einfachsten durch das Einreiben des Wassers mittels eines Quastes oder eines Schwammreibebrettes.

Fehlstellen, die durch das Entfernen loser Stellen oder ungeeigneter Materialien entstanden sind, werden vorher ausgebessert und müssen anschließend erst durchtrocknen. Befinden sich Balkenanteile in der Putzfläche, müssen diese vorab mit einem Putzträgergewebe versehen werden. Hierfür eignet sich am besten ein Schilfrohrgewebe, das in Balkenbreite geschnitten auf dem Holz festgetackert wird. Im oberen Drittel des Lehmputzes wird dann zusätzlich ein ausreichend überlappendes oder flächiges Armierungsgewebe eingebettet.

Auf alte Lehmuntergründe wird in der Regel zweilagig geputzt, es ist bei sehr intakten, einheitlichen Flächen auch möglich, einlagig zu arbeiten, dann jedoch nicht mit Dünnlagenputzen.

Beton

Betonflächen sind sorgfältig auf Verunreinigungen zu prüfen. Oftmals sind Schalölreste oder andere Trennmittel vorhanden, die eine Haftung des Lehmputzes verhindern (siehe Punkt: Anforderungen an den Untergrund "Schalölreste"). Glatte Betonoberflächen sind mit einem groben Haftgrund oder Spritzbewurf aus z. B. einer Sand-Zement-Schlämme vorzubereiten, da sich sonst bei wiederholtem Abglätten Blasen bilden können. Um die Haftung zu kontrollieren, ist es ratsam, eine Arbeitsprobe anzulegen.

Einputzen von Stahlträgern

Stahlbauteile sind vor dem Lehmverputz vor Korrosion durch entsprechende Anstriche oder Verzinkung zu schützen. Als Putzgrund dienen mineralische Putzmörtel (z.B. Kalk-Zementputz) in Verbindung mit Rippenstreckmetall o.ä., mit dem nach den anerkannten Regeln der Technik die Stahlbauteile mit ausreichender Überdeckung ummantelt werden.

Nach ausreichender Trocknungszeit des Untergrundes (bis zum vollständigen Abbinden des Mörtels ca. 30 Tage) kann mit dem Lehmverputz begonnen werden. Das unterschiedliche Saugverhalten des Untergrundes ist zu berücksichtigen. Des Weiteren ist bei Materialwechseln im Untergrund im oberen Drittel der Lehmputzlage zusätzlich ein Armierungsgewebe einzulegen.

Anforderung an den Untergrund

Anforderungen an den Putzgrund

Vorbehandlungsmaßnahmen Beispiele

2.1 MaßgerechtGrobe Unebenheiten und Schlitze schließen.
2.2 Ausreichend rauAufrauen mit entsprechenden Werkzeugen, Sinterschichten entfernen (z. B. Stahlbesen), Haftbrücken wie z. B. conluto Grundierung aufbringen, Spritzbewurf aufbringen.
2.3 TragfähigAbschlagen von losen Altputzen, Verfestigen des Untergrundes, Anbringen von conluto Schilfrohr-Putzträgergewebe auf Holzbauteilen, Entfernen von Tapeten, Fliesen und Altbeschichtungen.
2.4 Sauber u. frei von
durchschlagenden Stoffen
  1. Rostende Eisenteile entfernen oder mit mineralischem Putz und Putzträger vorputzen,
  2. Staub Abbürsten und Abkehren, Vornässen mit Wasser (sparsam, kein sattes Wässern).
  3. Schalölreste Reinigen mit Lösungsmitteln, Ablaugen.
  4. Ausblühungen (Salze) untersuchen lassen, mechanisch entfernen, chemisch behandeln oder ggf. Sanierputze einsetzen, Lehmputz darf nicht auf versalzte Flächen aufgebracht werden.
  5. Nikotin, Ruß, Teer: Versottete Flächen müssen mit handelsüblichen Mitteln abgesperrt oder ggf. sogar abgetragen werden.
2.5 TrockenNeubauten: ausreichend trocknen lassen, ggf. Bautrocknung einsetzen.
Altbau: aufsteigende Feuchtigkeit muss verhindert werden, Mauerwerk trockenlegen.
Trocknungsprotokoll anlegen!
2.6 Gleichmäßige, gute SaugfähigkeitVermindern: Vornässen. Erhöhen: Aufbringen eines Spritzbewurfes oder einer Haftbrücke.
2.7 EinheitlichSpritzbewurf, conluto Wand- und Deckengrundierung, conluto Schilfrohr-Putzträgergewebe.

 

Putzträger:

wann sind sie erforderlich?

Putzträger werden eingesetzt, wenn kein ausreichend fester und tragfähiger Untergrund vorhanden ist oder nicht putzfähige Flächen wie z. B. Holzbalken überputzt werden müssen. Als Putzträger wird das conluto Schilfrohrgewebe 70-stängelig eingesetzt. Die Befestigung erfolgt mittels verzinkter Klammern. Das Schilfrohrgewebe besitzt auf einer Seite einen straff gespannten Draht, den Spann- oder Laufdraht, und auf der anderen Seite den Wickeldraht, der sich um die einzelnen Halme windet. Die Befestigung des Gewebes auf dem Untergrund erfolgt so, dass der Spanndraht zum Verarbeiter hin zeigt und der Wickeldraht auf dem Untergrund liegt.

Lehmputz auf Wandheizung
  1. Auf die Wandheizungsrohre (z. B. Ø 16 mm) wird dreilagig geputzt. Um ein möglichst gutes Putzbild zu erreichen, wird der erste Putzauftrag mit conluto Lehm-Unterputz in zwei Schritten ausgeführt: 1. Schritt: Der Lehm-Unterputz wird ca. 25 mm in einer Lage bis Oberkante der Heizungsrohre aufgetragen und abgezogen. Ein Trockenheizen der 1. Lage ist ebenso möglich, wie das Einputzen der Wandheizung im laufenden Betrieb. Auftretende Schwindrisse werden durch die 2. Putzlage wieder geschlossen.
  2. Schritt: Nach vollständiger Trocknung wird eine zweite Lage Lehm- Unterputz ca. 3-5 mm stark bis zur Überdeckung der Heizungsrohre aufgebracht (ggf. vornässen). In diese Schicht wird ein Armierungsgewebe eingezogen, das die Rissbildung durch die zu erwartenden thermischen Spannungen verhindert. Das Gewebe muss an den Stoßfugen ausreichend überlappen (min. 10 cm).
  3. Schritt: Der abschließende Putzauftrag erfolgt nach der vollständigen Trocknung des Lehm-Unterputzes in einer Stärke je nach Putz zw. 3-5 mm. Es kann ein Lehm-Oberputz, Lehm-Feinputz oder Lehmputz terra verwendet werden. Um eine schnelle Reaktionszeit der Wandheizung zu gewährleisten, sollte die Putzstärke oberhalb des Rohres max. 7 - 10 mm betragen. Die Oberfläche der abschließenden Putzlage kann mit einer Lehmfarbe oder einem Lehm-Edelputz gestaltet werden.

Armierung

Armierung oder auch Putzbewährungen haben die Aufgabe, Zugspannungen, die im Putz auftreten können, aufzunehmen. Dadurch soll die Gefahr der Rissbildung verhindert oder vermindert werden. Bei uneinheitlichen Putzgründen aus verschiedenen Materialien, Verarbeitung von Dämmplatten sowie dem Überarbeiten von Schlitzen ist mit Rissbildung zu rechnen und ein Armierungsgewebe einzusetzen. Zum Einsatz kommen hier das conluto Glasfasergittergewebe oder das conluto Jutegewebe. Die Gewebe werden im äußeren Drittel des Putzaufbaus eingelegt und müssen an den Gewebestößen mind. 10 cm überlappen.

Lehm – das richtige Material

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